Land & Natur

Rund um Zschölkau verändert sich die Landschaft: Im Süden und Westen entstehen große Gewerbe- und Industriebauten, gleichzeitig gibt es Schutzgebiete, Ackerflächen und Projekte, die dem Lober wieder mehr Raum geben. Hier sammeln wir, was öffentlich geplant und beschlossen ist – mit Quellen zum Nachlesen.

Stand: 22. Oktober 2026

Alle Angaben stammen aus öffentlichen Quellen, die Nummern verweisen auf die Liste am Ende der Seite. Entfernungen sind ungefähre Luftlinien ab der Ortsmitte. Maßgeblich sind immer die amtlichen Pläne und Bekanntmachungen.

Nachtrag vom 22.10.2026: Rechenzentrum Zschortau – Stromanschluss

Rechenzentrum Zschortau: Offene Fragen zum Stromanschluss. Ein Gastbeitrag in der Leipziger Zeitung vom 20. Oktober 2026 greift Angaben der Netzbetreiber auf, die nach Angaben des Autors aus der LVZ stammen. Nach den Planunterlagen soll das Rechenzentrum über ein geplantes Umspannwerk bei Delitzsch und eine 110-kV-Leitung mit Strom versorgt werden. Für dieses Umspannwerk nennt der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz demnach als Ziel für die Inbetriebnahme das Jahr 2045. Der regionale Netzbetreiber Mitnetz Strom spricht von Planungen, die „ganz am Anfang“ stehen. Der Projektzeitplan sieht dagegen einen Betriebsstart ab 2030 mit zunächst 100 Megawatt vor. Wie das zusammenpasst, ist öffentlich bisher nicht erklärt.

Laut demselben Beitrag sammelt eine Bürgerinitiative in Rackwitz Unterschriften gegen das Vorhaben und fordert einen Bürgerentscheid. Der Beitrag ist ein Meinungsbeitrag; die Zahlen zu den Netzbetreibern sind dort zitiert, nicht amtlich bestätigt. Entschieden ist weiterhin nichts, der Bebauungsplan ist im Verfahren (siehe Abschnitt Rechenzentrum Zschortau).

Quellen: Leipziger Zeitung (LZ), 20.10.2026, Gastbeitrag: „Geplantes Rechenzentrum bei Rackwitz: Lauter offene Fragen zu Netzanschluss, Abwärme, Lärm …“ · Projektseite Rechenzentrum Zschortau-Rackwitz

Nachtrag vom 19.10.2026: Schladitzer See und Rechenzentrum Zschortau

Schladitzer See: Planunterlagen liegen ab 22. Oktober aus. Die Landesdirektion Sachsen führt auf Antrag der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) ein wasserrechtliches Planfeststellungsverfahren „Herstellung Schladitzer See“ mit Umweltverträglichkeitsprüfung durch. Laut Bekanntmachung geht es um die „Herstellung eines zu- und abflusslosen stehenden Gewässers“ im Restloch des früheren Tagebaus Breitenfeld. Rechtlich gilt das als Gewässerausbau, für den ein solches Verfahren nötig ist. Bauliche Maßnahmen sind nicht vorgesehen. Betroffen sind Flächen der Gemeinde Rackwitz und der Stadt Schkeuditz (Gemarkungen Hayna und Wolteritz).

Die Unterlagen (technische Planung, UVP-Bericht, Prüfung zum Vogelschutzgebiet „Agrarraum und Bergbaufolgelandschaft bei Delitzsch“ und weitere Gutachten) stehen vom 22. Oktober bis 23. November 2026 auf der Internetseite der Landesdirektion und im UVP-Portal der Länder. Einwendungen und Stellungnahmen sind bis einschließlich 2. Dezember 2026 per E-Mail an die Landesdirektion möglich. Was sich für Badegäste oder Anlieger ändert, geht aus der Bekanntmachung nicht hervor; das zeigen erst die Unterlagen.

Rechenzentrum Zschortau: Umweltverband fordert Prüfung anderer Standorte. Laut einem Bericht der Leipziger Zeitung vom 16. Oktober 2026 fordert der BUND Sachsen in seiner Stellungnahme zum Bebauungsplan, Alternativen auf bereits versiegelten Industrie- und Brachflächen zu prüfen. Er verweist auf wertvolle Ackerböden, die Lage an der Loberaue und die Nähe zum Vogelschutzgebiet und zum Schladitzer und Werbeliner See. Belastbare Angaben zu Wasserbedarf, Abwärmenutzung und Notstrom-Dieselgeneratoren fehlen aus seiner Sicht noch. Der Investor kündigt nach demselben Bericht eine wassersparende Kühlung im geschlossenen Kreislauf und die Nutzung der Abwärme an. Entschieden ist nichts, der Bebauungsplan ist weiter im Verfahren (siehe Abschnitt Rechenzentrum Zschortau).

Quellen: Landesdirektion Sachsen, Bekanntmachung vom 15.10.2026 (online seit 14.10.): Planfeststellungsverfahren „Herstellung Schladitzer See“, Gz. 47-0522/640 · Leipziger Zeitung (LZ), 16.10.2026: „Wertvoller Acker: BUND Sachsen fordert Alternativstandort für geplantes Mega-Rechenzentrum bei Rackwitz“

Feldhamster kehren in die Region zurück

Der Feldhamster war in Sachsen einst weit verbreitet und ist heute fast verschwunden. Das letzte sächsische Vorkommen liegt nordwestlich von Leipzig. Seit Oktober 2025 läuft das EU-Projekt LIFE4HamsterSaxony des Sächsischen Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), des Zoos Leipzig und des Landkreises Nordsachsen. Es ist bis Ende 2031 bewilligt und kostet 12,2 Millionen Euro, davon trägt die EU 75 Prozent.

Die Zwischenbilanz vom 2. Oktober 2026 nennt folgende Zahlen: 2024 und 2025 wurden 250 gezüchtete Feldhamster ausgewildert, 2026 kamen auf einer neuen Fläche 93 Tiere dazu. Laut Projekt zeigen Wildkameras und Sichtungen, dass sich die Tiere vermehren und ausbreiten. Der Zoo Leipzig verzeichnete 2026 in der Zucht 271 Jungtiere. Zusammen mit Landwirtschaftsbetrieben werden hamsterfreundliche Anbauverfahren erprobt, etwa Blühmischungen oder Getreide, das teils stehen bleibt. 2026 waren es 123 Hektar, bis 2031 sollen es 394 Hektar werden.

Und Zschölkau? Laut Projekt liegt das Gebiet südwestlich von Delitzsch und nördlich des Flughafens Leipzig/Halle. Die öffentlich genannten Flächen liegen in der Gemeinde Wiedemar. Ob auch Felder um Zschölkau dazugehören, geht aus den Quellen nicht hervor.

Wie kann man helfen?

  • Feldhamster, Totfunde oder Baueingänge dem Projekt melden: feldhamster@lfulg.sachsen.de. Dazu Datum, möglichst genauen Ort und wenn möglich ein Foto angeben.
  • Tiere und Baue nicht stören, nicht ausgraben. Der Feldhamster ist streng geschützt.
  • Für Landwirte: Ansprechpartner für hamsterfreundliche Bewirtschaftung stehen auf der Kontaktseite des Projekts.

Quellen: Medienservice Sachsen, 02.10.2026: Zwischenbilanz LIFE4HamsterSaxony · Projektseite LIFE4HamsterSaxony (LfULG) · Projektkontakte

Großprojekte rund ums Dorf

Beiersdorf: Werk und Logistikzentrum in Seehausen

Knapp 3 Kilometer südwestlich von Zschölkau produziert Beiersdorf seit Mai 2023 in Leipzig-Seehausen Deos und Sprays der Marken Nivea, 8x4 und Hidrofugal. Das Unternehmen hat dafür knapp 300 Millionen Euro investiert.[1]

Direkt daneben entsteht ein Logistikzentrum: rund 12,5 Hektar Fläche, ein 25 Meter hohes Hochregallager mit etwa 125.000 Palettenplätzen, Investition über 200 Millionen Euro und bis zu 450 Arbeitsplätze. Ein „signifikanter Anteil“ der Waren soll per Bahn transportiert werden. Spatenstich war am 11. Juli 2024, eröffnen soll das Zentrum im Sommer 2027.[2][3]

Flächen für Industrie im Regionalplan

Der Regionalplan Leipzig-Westsachsen sichert im Leipziger Norden große „Vorsorgestandorte“ für überregional bedeutsame Industrie- und Gewerbebetriebe. Begründet wird das mit dem Flächenbedarf im Leipziger Nordraum, zu dem ausdrücklich auch Krostitz gezählt wird: Gebraucht werden laut Plan mindestens 265, wahrscheinlich bis zu 410 Hektar, verfügbar waren rund 200 Hektar.[4] Drei dieser Standorte liegen in der Nähe von Zschölkau:[5]

VorsorgestandortGrößeLage zu Zschölkau (ca.)
Rackwitz-Nord65 ha1,6 km westnordwestlich
Seehausen II49 ha2,6 km südsüdwestlich
Seehausen III113 ha3,0 km südwestlich

Rechenzentrum Zschortau

In der Nachbargemeinde Rackwitz ist zwischen Zschortau und Lemsel ein Rechenzentrum geplant. Das Gebiet ist seit 1992 als Gewerbepark ausgewiesen, wird bisher aber als Acker genutzt. Vorgesehen sind 44 Hektar Baufläche; der größte Teil der übrigen rund 56 Hektar soll Ausgleichsfläche werden. Genannt werden Gebäude über 20 Meter Höhe und eine Anschlussleistung von 500 Megawatt.[6]

Der Bebauungsplan ist noch nicht beschlossen: Die frühzeitige Beteiligung lief vom 10. August bis 13. September 2026. Laut Projektseite ist der Satzungsbeschluss frühestens Ende 2027 möglich, der Betrieb ist für etwa 2030 vorgesehen. (Stellungnahme des BUND Sachsen: siehe Nachtrag vom 19.10.2026 oben; Fragen zum Stromanschluss: Nachtrag vom 22.10.2026 oben.)[7][6]

Windenergie

Nordwestlich von Zschölkau stehen seit Jahren Windräder. Im geltenden Regionalplan ist dort das Windgebiet Nr. 16 „Rackwitz“ (rund 157 Hektar) festgelegt; wegen des Flughafens dürfen die Anlagen dort höchstens 100 Meter hoch sein.[4]

Der Regionalplan wird gerade für erneuerbare Energien fortgeschrieben. Der 2. Entwurf enthält unter anderem ein Vorranggebiet Windenergie Nr. 85 „Krostitz, Rackwitz“ mit 169 Hektar, davon rund 98 Hektar in Krostitz, sowie die Gebiete 84a und 84b in Krostitz und Schönwölkau. Die öffentliche Beteiligung lief vom 20. April bis 15. Juni 2026. Der Entwurf ist noch nicht verbindlich. Wo genau die Fläche Nr. 85 liegt, zeigt Karte 1 des Entwurfs im Beteiligungsportal; das haben wir noch nicht ausgewertet.[8]

Flughafen Leipzig/Halle

Für den Ausbau des Flughafens Leipzig/Halle (Vorfeld und Start- und Landebahn Süd, „15. Planänderung“) hat die Landesdirektion Sachsen am 12. September 2024 den Planfeststellungsbeschluss erlassen.[9] Dagegen wurde geklagt; die mündliche Verhandlung am Sächsischen Oberverwaltungsgericht ist für den 3. bis 5. November 2026 angesetzt.[10] Mehr zum Thema auf unserer Seite Flughafen & Fluglärm.

Wie geht es mit der Bebauung weiter?

Diese Frage hören wir oft. Der Regionalplan gibt eine recht klare Antwort – für das Dorf selbst und für die Umgebung fällt sie aber unterschiedlich aus.[4][5]

  • Keine neuen Wohngebiete: Zschölkau liegt im Siedlungsbeschränkungsbereich des Flughafens Leipzig/Halle. Dort dürfen neue Bauflächen nur für Gewerbe und Industrie ausgewiesen werden. Wohnhäuser sind weiter möglich, wo schon Baurecht besteht, also vor allem in Baulücken und am Ortsrand über Ergänzungssatzungen.
  • Grünzäsur zu Hohenossig: Etwa 400 Meter östlich des Ortes ist eine Grünzäsur festgelegt. Sie soll verhindern, dass Zschölkau und Hohenossig zusammenwachsen. Eine weitere liegt rund 1,2 Kilometer nordöstlich.
  • Grünzug und Biotopschutz: Rund 200 Meter südwestlich beginnen ein regionaler Grünzug, der „von Bebauung im Sinne einer Besiedlung“ freizuhalten ist, und ein Vorranggebiet für Arten- und Biotopschutz in der Lober-Niederung.
  • Vorrang für die Landwirtschaft: Im Norden, Osten und Südosten grenzen in 200 bis 400 Metern Abstand Vorranggebiete Landwirtschaft an.

Neue Bauplätze entstehen deshalb nur einzeln: 2026 hat die Gemeinde Krostitz zwei Baugrundstücke an der Rackwitzer Straße ausgeschrieben.[11] Mehr dazu auf der Seite Bauen & Neubauten.

Anders sieht es in 1,5 bis 3 Kilometern Entfernung aus: Dort sichert derselbe Plan rund 227 Hektar für Industrie und Gewerbe sowie Flächen für Windenergie, und er geht für den Leipziger Norden ausdrücklich von weiterem Bedarf an Gewerbeflächen aus.[4] Kurz gesagt: Das Dorf selbst ist planerisch gut geschützt, die Umgebung im Süden und Westen ist dagegen als Wachstumsraum vorgesehen.

Die Lageangaben beruhen auf einer Auswertung der Plankarte für die Ortsmitte. Flurstücksgenau zeigen es nur die Karte 14 des Regionalplans und der Flächennutzungsplan der Verwaltungsgemeinschaft Krostitz-Schönwölkau; dessen 3. Änderung lag bis Januar 2026 öffentlich aus.[5][12]

Landschaftsschutzgebiet Loberaue

Die Aue des Lober steht seit 1996 als Landschaftsschutzgebiet „Loberaue“ unter Schutz, auf rund 900 Hektar zwischen dem Raum Zschölkau und Delitzsch. Die Verordnung nennt ausdrücklich auch Flächen der damaligen Gemeinde Kletzen/Zschölkau, dazu Flächen in Delitzsch, Döbernitz, Rackwitz, Radefeld, Schenkenberg, Schönwölkau, Zschortau und Podelwitz.[13][14] Wo die Grenze bei Zschölkau genau verläuft, zeigen nur die Karten zur Verordnung beim Landkreis Nordsachsen.

Ziel des Schutzgebiets ist es,

  • den Naturhaushalt und die Feuchtbiotope zu erhalten und nach dem Grundwasseranstieg in der Bergbaufolge wiederherzustellen,
  • eine weitere Absenkung des Grundwassers zu verhindern,
  • heimische Tiere und Pflanzen zu schützen,
  • Vielfalt, Eigenart und Schönheit der Landschaft zu erhalten und
  • die Landschaft für die Erholung zu bewahren und zu verbessern.

Was bedeutet das im Alltag?

Verboten ist es unter anderem, Dauergrünland umzubrechen, Feuchtbiotope zu entwässern oder naturnahe Gewässer zu schädigen. Eine Erlaubnis der Naturschutzbehörde braucht, wer im Schutzgebiet bauen, Zäune oder Leitungen setzen, neue Wege anlegen oder Hecken, Feldgehölze und hochstämmige Obstbäume beseitigen möchte. Die ordnungsgemäße Land- und Forstwirtschaft im bisherigen Umfang sowie Jagd und Fischerei bleiben erlaubt.[13]

Dem Lober wieder Raum geben

Der Lober entsprang früher südlich von Zschölkau. Durch die Grundwasserabsenkung des Bergbaus ist seine Quelle versiegt, ab Rackwitz ist er kanalisiert.[15]

Zwischen dem Ortsausgang Zschölkau und Rackwitz soll der Lober auf seinem alten Flurstück wieder als naturnaher, geschwungener Bach verlaufen; ein ehemaliges Beregnungsbecken soll als Rückhalteraum eingebunden werden. Die Landesdirektion Sachsen hat am 19. Mai 2020 festgestellt, dass dafür keine Umweltverträglichkeitsprüfung nötig ist.[16] Ob der Abschnitt direkt am Ortsausgang schon umgestaltet ist, geht aus den Quellen nicht hervor.

Umgesetzt ist das Projekt „Loberwasser in der Landschaft Rackwitz“ in Podelwitz: Ein 70 × 70 Meter großes, mit Folie abgedichtetes Bewässerungsbecken einer früheren Obstplantage wurde entsiegelt und an den Lobergraben angeschlossen. Bei Starkregen kann es rund 8.000 Kubikmeter Wasser zurückhalten. Dazu kamen Bäume, Hecken, eine Obstbaumallee, Bänke und eine Infotafel. Gefördert wurde das Projekt vom Bundesumweltministerium mit 863.166 Euro; die Pflanzarbeiten waren im Herbst 2024 abgeschlossen.[17][18]

Weiter flussabwärts plant die LMBV, den Lober-Leine-Kanal zurückzubauen und Lober und Leine in den Seelhausener See einzubinden; das Planfeststellungsverfahren steht noch aus.[19]

Die Kohle unter unseren Füßen

Dass hier Braunkohle liegt, hat die Landschaft schon einmal stark verändert: Der Tagebau Breitenfeld wurde 1982 aufgeschlossen und 1991 stillgelegt, das Nachbardorf Schladitz wurde abgerissen, aber nie abgebaggert. Aus dem Restloch wurde der Schladitzer See (zum laufenden Planfeststellungsverfahren siehe Nachtrag vom 19.10.2026 oben). Die ganze Geschichte steht auf unserer Seite Geschichte von Zschölkau. Neue Abbaugebiete legt der Regionalplan nicht fest; das Gebiet der Braunkohlenpläne beginnt rund 2,6 Kilometer von Zschölkau entfernt.[5]

Noch offen

Zu folgenden Punkten haben wir noch keine gesicherten Angaben (Stand 9. Oktober 2026):

  • genaue Lage des geplanten Windgebiets Nr. 85 und ob der Entwurf inzwischen beschlossen ist
  • genauer Grenzverlauf des Landschaftsschutzgebiets Loberaue bei Zschölkau
  • was die 3. Änderung des Flächennutzungsplans für Zschölkau bedeutet
  • ob der Lober am Ortsausgang Zschölkau schon renaturiert ist

Mitreden

Pläne liegen öffentlich aus, bevor sie beschlossen werden. In dieser Zeit kann jede und jeder eine Stellungnahme abgeben. Aktuelle Verfahren findet man im Beteiligungsportal Sachsen, im Amtsblatt der Gemeinde Krostitz und bei der Landesdirektion Sachsen.

Sie kennen alte Fotos vom Lober, vom Wäldchen oder vom Teich? Wir freuen uns über Hinweise – der Kontakt steht im Impressum.


📚 Quellen zu diesem Beitrag – gesammelt auf unserer Quellen-Seite.

Fundmunition – was tun?

Am 2. Juni 2026 hat ein Sondengänger auf der Rackwitzer Straße zwischen Zschölkau und Rackwitz eine Springmine entdeckt und die Polizei verständigt. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hat sie anschließend vor Ort gesprengt. Solche Funde aus dem Zweiten Weltkrieg sind in Sachsen nicht ungewöhnlich, und mit ein paar einfachen Regeln bleibt man sicher.

Wenn Sie auf dem Feld, im Garten oder beim Graben etwas finden, das Munition sein könnte:

  • Nicht berühren, nicht bewegen, nicht mitnehmen. Arbeiten an der Stelle sofort einstellen und Erschütterungen vermeiden.
  • Abstand halten und die Fläche nicht mehr betreten. Das ist in Sachsen auch vorgeschrieben.
  • Stelle merken und gut sichtbar markieren, zum Beispiel mit einem farbigen Tuch, ohne den Gegenstand zu berühren.
  • Andere warnen, die sich nähern, und wenn möglich bis zum Eintreffen der Polizei in sicherem Abstand bleiben.
  • Sofort die Polizei unter 110 anrufen und den Fundort möglichst genau beschreiben. Die Polizei verständigt den Kampfmittelbeseitigungsdienst Sachsen. Die Meldung ist Pflicht.

Wurde etwas versehentlich aufgehoben, legen Sie es vorsichtig ab und werfen Sie es nie. Auch alte, verrostete Munition kann noch gefährlich sein. Sondeln, Ausgraben oder Sammeln ist keine gute Idee.

Quellen: Polizeibericht 03.06.2026 (Leipziger Zeitung): „Mine gesprengt“ · Polizei Sachsen: Verhaltenshinweise beim Auffinden von Kampfmitteln · Kampfmittelbeseitigungsdienst Sachsen: Flyer „Achtung Gefahr!“ (PDF) · Sächsische Kampfmittelverordnung (§§ 3, 4)