Stand: 9. Oktober 2026
Diese Seite fasst zusammen, was öffentlich über das Wohngebiet am Ortseingang bekannt ist. Die Nummern verweisen auf die Quellen am Ende. Wer mehr weiß, etwa zur Entstehung des Gebiets, kann sich gern beim Bürgerverein melden.
Wo das Neubaugebiet liegt
Wer von der B 2 oder aus Hohenossig nach Zschölkau kommt, fährt zuerst am Neubaugebiet vorbei. Es liegt am nordöstlichen Ortseingang zwischen den beiden Zufahrten: der Straße Am Bahndamm, die als Verlängerung der Zschölkauer Straße aus Hohenossig in den Ort führt, und der Rackwitzer Straße, die von der B 2 kommt. Mitten hindurch führt die Wohnstraße Im Mühlfelde.[1][2][3]
Der Straßenname Am Bahndamm erinnert an die frühere Kleinbahn. Auf ihrer Trasse verläuft heute der Radweg nach Hohenossig.[4] Im Osten schließen Felder an, dahinter liegt jenseits der B 2 das Gewerbegebiet „Im Mittelfeld“ (Gemarkung Zschölkau, Ortsteil Hohenossig). Einen Kartenausschnitt zeigt OpenStreetMap.
Der Bebauungsplan von 1994
Rechtliche Grundlage ist der Bebauungsplan „Die Mühlbreite/Im Mühlfelde“. Laut dem Raumordnungskataster der Landesdirektion Sachsen (RAPIS) ist er rechtskräftig und weist eine Wohnbaufläche aus.[3]
| Angabe | laut RAPIS |
|---|---|
| Planart | Bebauungsplan (§ 8 BauGB), Wohnbaufläche |
| Fläche | ca. 1,7 Hektar (rund 17.000 m²) |
| Genehmigung | 22. März 1994 |
| Bekanntmachung | eingetragen ist der 23. März 2006 |
| Status | rechtskräftig |
Aufgestellt wurde der Plan also, bevor Zschölkau zu Krostitz kam. Von 1994 bis 1998 bildete Zschölkau mit Kletzen eine eigene Gemeinde, seit 1. Januar 1999 ist es ein Ortsteil der Gemeinde Krostitz.[5] Heute ist die Gemeinde Krostitz für den Plan zuständig.
Auf der Internetseite der Gemeinde ist dieser ältere Plan nicht veröffentlicht.[6] Jeder kann einen rechtskräftigen Bebauungsplan mit Begründung aber im Bauamt einsehen und Auskunft über seinen Inhalt verlangen.[7]
Wie es heute aussieht
Das Gebiet ist vollständig bebaut. Im Umriss des Bebauungsplans stehen nach unserer Zählung in OpenStreetMap knapp 30 Wohnhäuser, überwiegend Einfamilienhäuser: an den Straßen Am Bahndamm und Im Mühlfelde sowie an der Nordseite der Rackwitzer Straße am Ortseingang.[1][2] Das Luftbild vom März 2025 zeigt keine freien Bauplätze mehr.[8] Schon 2022 stellte die Gemeinde fest, dass „sämtliche verfügbaren Baugrundstücke im OT Zschölkau belegt“ seien.[9]
In den Straßen Im Mühlfelde und Am Bahndamm gilt laut OpenStreetMap Tempo 30.[1][2] Mehr dazu auf unserer Seite Tempo 30 und LKW-Verkehr.
Lärm: Gewerbegebiet und Flughafen
Weil das Gewerbegebiet „Im Mittelfeld“ nicht weit entfernt ist, wurde schon 2012 in einer Schallprognose unter anderem ein Wohnhaus im Mühlfelde als einer der am nächsten gelegenen Wohnorte untersucht. Eine Stellungnahme von 2021 für die benachbarte Fläche an der Rackwitzer Straße kam zu dem Ergebnis, dass tagsüber der Orientierungswert für Wohngebiete von 55 dB(A) nicht überschritten wird. Nachts wurden die Geräusche vor allem vom Flugverkehr bestimmt, Lärm aus dem Gewerbegebiet war in der Messnacht nicht wahrnehmbar.[10]
Zschölkau liegt im Siedlungsbeschränkungsbereich des Flughafens Leipzig/Halle.[10] Mehr dazu auf unserer Seite Flughafen & Fluglärm.
Warum kein neues Neubaugebiet dazukommt
Ein Wohngebiet wie im Mühlfelde könnte heute so nicht mehr geplant werden. Im Siedlungsbeschränkungsbereich dürfen neue Bebauungspläne nur noch Industrie- und Gewerbegebiete ausweisen (Ziel 2.2.1.12 des Landesentwicklungsplans 2013). Erlaubt bleiben kleine Ergänzungen am Ortsrand per Ergänzungssatzung nach § 34 Abs. 4 Baugesetzbuch.[10]
Auch die laufende 3. Änderung des Flächennutzungsplans sieht für Zschölkau keine neuen Wohn- oder Gewerbeflächen vor. Sie trägt nur bereits Beschlossenes nach.[4]
Zum Vergleich: die neuen Bauplätze von 2022
Neue Bauplätze gibt es seit 2022 nur über zwei kleine Ergänzungssatzungen an der Rackwitzer Straße. Die Fläche „Südseite Rackwitzer Straße“ liegt schräg gegenüber dem Neubaugebiet auf der Südseite der Rackwitzer Straße, auf dem Gelände einer früheren Hühnerfarm. Sie ist rund 4.800 m² groß und für voraussichtlich bis zu drei Wohnhäuser vorgesehen.[10] Die zweite Fläche, „Erweiterung Rackwitzer Straße“, liegt weiter im Ort an der alten Bahntrasse und bietet Platz für etwa drei Bauplätze.[9] Einzelheiten und den Verkauf gemeindeeigener Grundstücke 2026 beschreiben wir auf der Seite Bauen & Neubauten. Welche Pläne rund um Zschölkau sonst gelten, steht unter Land & Natur.
Pläne selbst einsehen
- Bauamt der Gemeinde Krostitz (Bauservice), Dübener Str. 1, 04509 Krostitz. Dort gibt es den Bebauungsplan im Original.[7]
- Karte der Landesdirektion Sachsen (RAPIS) mit den Umrissen aller Bebauungspläne und Satzungen.[3]
- Bebauungspläne der Gemeinde Krostitz (neuere Pläne als PDF).[6]
Noch offen
Zu folgenden Punkten haben wir bisher keine gesicherten Angaben (Stand 9. Oktober 2026):
- was der Bebauungsplan im Einzelnen festsetzt, etwa Zahl und Größe der Grundstücke, Hausformen, Dachformen oder Grünflächen. Der Plan ist nicht online, man kann ihn im Bauamt einsehen.
- warum als Bekanntmachung erst das Jahr 2006 eingetragen ist, obwohl der Plan 1994 genehmigt wurde
- wann die Häuser gebaut wurden. Vermutlich geschah das ab Mitte der 1990er-Jahre, belegt ist es nicht.
- wer das Gebiet damals erschlossen und vermarktet hat
- woher der Name „Mühlbreite“ kommt, wahrscheinlich ein alter Flurname
- ob auf der Fläche „Südseite Rackwitzer Straße“ inzwischen gebaut wird
📚 Quellen zu diesem Beitrag – gesammelt auf unserer Quellen-Seite. Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL).